Bitterfeld-Wolfen, 18.02.2026: Der bisherige Träger der externen Koordinierungs- und Fachstelle von Demokratie leben! in Bitterfeld-Wolfen, der Jugendclub ’83 e.V., hat heute bekanntgegeben, seine Tätigkeit in dieser Funktion nicht fortzuführen.
Grund ist die Entscheidung des Stadtrates, die personelle Ausstattung der Koordinierungsstelle dauerhaft deutlich zu reduzieren und strukturelle Änderungen vorzunehmen. Der Verein sieht unter diesen Bedingungen die fachliche Umsetzung des Programms nicht mehr gewährleistet.
Der Jugendclub ’83 hat über viele Jahre hinweg die externe Fach- und Koordinierungsstelle von „Demokratie leben!“ in Bitterfeld-Wolfen mit großer fachlicher Kompetenz, Verlässlichkeit und Engagement getragen. Dafür gilt ihm unser ausdrücklicher Dank. Viele Vereine konnten nur durch diese Unterstützung Projekte entwickeln, Fördermittel beantragen und Demokratiearbeit vor Ort umsetzen.
Wir bedauern sehr, dass sich der Jugendclub ’83 nun nicht mehr als Träger zur Verfügung stellt – zugleich haben wir großes Verständnis für diesen Schritt unter den veränderten Bedingungen.
Dass es dazu kommt, ist eine direkte Folge der jüngsten Beschlüsse im Stadtrat Bitterfeld-Wolfen. Die von der AfD angestoßenen Änderungen bei “Demokratie leben!”, die mit Stimmen von PBW und Teilen der CDU-Fraktion beschlossen wurden, haben die bisherigen Rahmenbedingungen grundlegend verändert.
Die Stadt steht nun in der Verantwortung, zügig einen neuen Träger zu finden, der fachlich ausgewiesen, erfahren und politisch unabhängig ist. Gerade bei einem Programm zur Extremismusprävention darf kein Zweifel daran bestehen, dass Entscheidungen ausschließlich nach fachlichen Kriterien getroffen werden. Demokratiearbeit lebt von Vertrauen – und dieses Vertrauen darf nicht weiter beschädigt werden.
Demokratiearbeit braucht stabile, fachlich getragene Rahmenbedingungen – keine politischen Eingriffe, die gewachsene Strukturen destabilisieren.
Gut zwei Monate nach dem Sperrvermerk und über einen Monat nach den folgenschweren Stadtratsbeschlüssen herrschen also weiterhin Unsicherheit und Stillstand. Für die Vereine bedeutet das: keine Planungssicherheit, keine Vorbereitung, keine Unterstützung bei ihren Projekten.
Es schwächt die Vereine, die Ehrenamtlichen, die tagtäglich Verantwortung übernehmen – und es schadet den Bürgerinnen und Bürgern von Bitterfeld-Wolfen.
